Auch die Psyche leidet
Jan 23, 2009 by chris --> in Nah-Ost
Nach Nakba und Shoah und 60 Jahren Kampf gegen den jeweiligen Feind, wie reagiert man eigentlich auf das Leid des Anderen?
Ein Palästinenser fühlt sich sicherlich, schlicht und ergreifend, und natürlich zu Recht, unschuldig an dem was ihm angetan wird, denn ohne sich schuldig gemacht zu haben nahm man ihm sein Land, vertrieb ihn und seine Familien, zerstörte seine Existenz, machte ihn zum Flüchtling in seiner eigenen Heimat.








Wie es scheint haben wohl die abgehenden Administrationen von Bush und Olmert doch noch ein letztes faules Ei gelegt. Das heute unterzeichnete Abkommen, unterschrieben von den jeweiligen Außenministerinnen Livni und Condi Rice, sieht die Stationierung von US-amerikanischen “Beobachtern” an der Grenze zu Gaza vor. Diese sollen durch “technische Unterstützung” sicherstellen, dass Israels Blockade gegen den Gazastreifen nicht durch Tunnel umgangen und 1.5 Millionen Menschen weiter als Häftlinge Israels nur unter dessen Kontrolle versorgt werden dürfen. So würde man elegant die Forderungen der Hamas nach einem Ende der Belagerung ausbremsen.
Es gibt bestimmte Augenblicke im Leben in denen man wählen muss: man kann wählen zu schweigen und Komplize werden oder man kann wählen zu reden und anzuklagen um nicht auf die, unsere berechtigte, Entrüstung zu verzichten.
Es wäre ein schreckliches Vergehen wenn wir den Holocaust leugnen würden und es ist ein ebenso schreckliches Vorgehen die Nakba totzuschweigen, so wie man diesen Krieg in Gaza zum Schweigen bringen will, ihn gar nicht erst als solchen anerkennt, quasi versucht ihn unter den Teppich zu kehren. Aus einem schnöden Angriffskrieg wird ein gerechtfertigter Verteidigungskrieg gebastelt, Menschenrechte ausgeblendet, Kriegsverbrechen übersehen; es wird manipuliert, verdeckt, verdreht und vor allem gelogen. Zwar haben Lügen kurze Beine doch im Falle Israel spielt das keine große Rolle denn dieses Land hat das Recht das kein Land niemals wieder haben dürfte, nämlich einen Genozid unter den Augen der Weltbevölkerung und der UNO ungebremst zu begehen. Und dies auch noch zu verleugnen!